Fa. Gerrit Weber

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hydraulischer Abgleich

Bildquelle: Oventrop GmbH & Co KG

In Neubauten ist der hydraulische Abgleich eine Selbstverständlichkeit und wird über das Rohrnetz auf Grundlage des benötigten Wärmebedarfs berechnet. Dabei findet eine genaue Ermittlung der Rohrnennweiten sowie der Voreinstellwerte für Fußboden- und Wandheizung, Heizkörper- und Rohrleitungsarmaturen statt. In Bestandsgebäuden ist der hydraulische Abgleich schwieriger, da Bestandsunterlagen und Schemata meist fehlen. Über eine detaillierte Datenaufnahme und eine anschließende Berechnung, ist der hydraulischen Abgleich zu bewerkstelligen.

Möglich ist hier jedoch auch das sogenannte vereinfachte Verfahren. Durch das Rechnen mit überschlägigen Werten, lässt sich mit dieser Methode ein hydraulischer Abgleich mit hinreichender Genauigkeit durchführen. Dabei können folgende Werte für den spezifischen Wärmebedarf ist Watt pro Quadratmeter verwendet werden.

10 W/m² Passivhaus
15 - 30 W/m² Ultra-Niedrigenergiehaus (Drei-Liter-Haus)
25 - 40 W/m² Niedrigenergiehaus
15 - 30 W/m² KfW-Effizienzhaus 70
30 - 35 W/m² KfW-Effizienzhaus 100
30 - 35 W/m² Gebäude nach EnEV 2009
40 - 60 W/m² Gebäude nach EnEV 2002
40 - 60 W/m² Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1995
60 - 100 W/m² Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1982
70 - 130 W/m² Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1977
130 - >200 W/m² Gebäude ohne Wärmeschutz von vor 1977

Wozu dient der hydraulische Abgleich und was ist das überhaupt?

Das Heizungswasser fließt nach dem physikalischen Prinzip des geringsten Widerstandes durch das Rohrnetz. Es fließt durch lange, dünne Rohre weniger Wasser als durch kurze, dicke. Das führt oft dazu, dass vom Heizzentrum entfernte Räume nicht richtig warm werden. Dagegen werden Heizkörper, die nah am Heizkessel liegen, zu heiß. Um die Unterversorgung einzelner Heizkörper zu kompensieren, muss die Heizungsanlage mit zu hohen Temperaturen und/oder Pumpendrücken betrieben werden. Dabei können auch verstärkt Strömungsgeräusche auftreten.

Damit das nicht passiert und die einzelnen Heizkreise bzw. Heizkörper richtig und ausreichend mit Heizungswasser versorgt werden, müssen die Strömungswiderstände in den einzelnen Teilen der Anlage aufeinander abgestimmt werden. Nur wenn gleiche Widerstände im Netz erreicht sind, können sich alle Heizflächen gleichmäßig erwärmen. Die effiziente und saubere Einstellung des Heizsystems durch einen hydraulischen Abgleich der Heizung stellt sicher, dass die Wärme optimal im Haus verteilt wird. Beim hydraulischen Abgleich werden alle Komponenten der Heizungsanlage - vom Heizkessel bis zur Heizungspumpe - richtig dimensioniert und auf den Energiebedarf des Hauses eingestellt. An verschiedensten Ventilen in der Anlage, wird durch Voreinstellung die Durchflussmenge des Heizwassers exakt reguliert und an den erforderlichen Bedarf des Raumes angepasst. Das Ergebnis ist stets die richtige Wassermenge mit der richtigen Temperatur zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Der hydraulische Abgleich, grob gesagt - die Einregulierung von Heizsträngen, Regulierventilen und Heizkörpern - ist unverzichtbar für den optimalen Betrieb der Heizungsanlage. Besonders wichtig ist das für die effiziente Nutzung des Brennwerteffektes bei Öl- oder Gasheizungsanlagen, wo durch möglichst niedrige Rücklauftemperaturen, der im Rauchgas enthaltene Wasserdampf zum Kondensieren gebracht werden soll. Auch beim Einsatz von Wärmepumpen, Solaranlagen und regenerative Energieträgern, kann so die Vorlauftemperatur möglichst niedrig gehalten und die Energieeffizienz erhöht werden.

Fazit: Die Optimierung bestehender Anlagen durch Berechnung und optimale Einstellung lohnt sich - für Eigentümer, Nutzer und Umwelt!

Woran erkenne ich den fehlenden hydraulischen Abgleich?

-einzelne Heizkörper werden nicht warm, während andere Anlagenteile überversorgt sind
-Brenner takten zu oft
-die Heizkosten pro Quadratmeter sind vergleichsweise hoch
-Heizkörperventile geben Geräusche ab
-Heizkörperventile und Rohrleitungen geben Geräusche ab
-Heizkörperventile öffnen und schließen nicht bei der gewünschten Innentemperatur
-Motoren der Automatikventile Versagen wegen hoher Stellkräfte
-schlechtes Regelverhalten von Thermostatköpfen
-starkes Überschwingen der Raumtemperatur
-die Heizungsanlage wird mit überhöhter Vorlauftemperatur betrieben
-die Heizkörper werden unnötig heiß
-es werden ungeregelte Pumpen mit hoher Leistung verwendet
-die Rücklauftemperaturen sind unnötig hoch

weiterführende Links:

http://www.oventrop.de
http://www.meine-heizung.de
http://www.haustechnikverstehen.de
http://www.hydraulischer-abgleich.de